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Olaf Glaeseker

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(Letzte Änderung: 21.02.2014)

Zur Person

Wikipedia: Olaf Glaeseker

Wulff entlässt Glaeseker

Bundespräsident a. D. Christian Wullf entließ seinen Sprecher Olaf Glaeseker am 22. Dezember 2012, wie z. B. im "Stern" nachzulesen war:


"Bundespräsident Christian Wulff hat seinen Sprecher Olaf Glaeseker entlassen. Das Präsidialamt teilte am Donnerstag in Berlin mit, der langjährige enge Vertraute Wulffs sei von seinen dienstlichen Aufgaben entbunden worden. (...) Über die Gründe für die Entlassung wurde nichts mitgeteilt. Glaeseker bat dem Vernehmen nach selbst um seine Entlassung. Das verlautete aus dem Umfeld des Präsidialamtes. Im Zuge der Berichterstattung über den Privatkredit und die privaten Urlaubsreisen Christian Wulffs habe sich abgezeichnet, dass sich die Erörterung nun auch auf das Privatleben Glaesekers ausweite."[1]

Die "Süddeutsche" stellt die einflussreiche Position Glaesekers im Schatten Wulffs heraus:

"Das Besondere an dem Pressesprecher Olaf Glaeseker war stets, dass er öffentlich wenig gesprochen hat, ihm aber ein gewaltiger Einfluss zugeschrieben wurde. Er hielt sich immer ansprechbar im Hintergrund, das galt als seine Kunst. (...) Bald galt er in Hannover als der Mann, der Wulff zu dem machte, der er ist. Glaeseker strickte für Wulff das Image vom sensiblen und besonders ehrlichen Politiker, der nicht an Macht, sondern an Menschen interessiert sei. (...) Nun aber funktioniert das Spiel nicht mehr, in Berlin entsteht der Eindruck, dass die Tricks aus Hannover im Bundespräsidialamt an ihre Grenzen stoßen. Es lässt sich schwer sagen, ob es am Sprecher oder seinem Chef liegt. Hier ist nicht mehr Taktik gefragt, sondern präsidiale Offenheit, ein großer Auftritt."[2]

Der "Stern" spekulierte über die Gründe, die zur Entlassung geführt haben könnte: von "Befreiungsschlag" und "rasch Abstand zwischen sich und seinem bisherigen Sprecher zu schaffen", ist die Rede.

"Das Präsidialamt reagierte mit dem Rauswurf des Sprechers offensichtlich auf einen detaillierten Fragenkatalog des stern vom Donnerstagmorgen. Die insgesamt 16 Fragen bezogen sich unter anderem auf wiederholte kostenlose Urlaubsaufenthalte, die Glaeseker in Anwesen des als Partykönig und Promi-Netzwerker geltenden Schmidt verbracht haben soll. (...) Glaeseker dagegen war in der Staatskanzlei in Hannover auch dienstlich mit Veranstaltungen von Manfred Schmidt befasst, insbesondere dem so genannten Nord-Süd-Dialog. Zuletzt am 11. Dezember 2009 wurden mit dem Event die guten Beziehungen zwischen den CDU-regierten Bundesländern Niedersachsen und Baden-Württemberg gefeiert. Um die 950 Gäste kamen in ein eigens dafür umgewidmetes Terminal des Flughafens Hannover. "Das war ausschließlich die Zuständigkeit von Olaf Glaeseker", sagte der heutige niedersächsische Regierungssprecher Franz Rainer Enste dem stern auf Fragen zu dem Nord-Süd-Dialog. Der damalige Ministerpräsident Christian Wulff war sowohl Teilnehmer wie Schirmherr der Veranstaltung.""[3]

Die "Süddeutsche" geht auf das enge Verhältnis zwischen Wulff und Glaeseker ein:

"Um den 50 Jahre alten Glaeseker rankte fast ein Mythos. Nicht alle in der CDU mochten ihn. Minister argwöhnten, sein Einfluss sei zu groß. Sie schätzten seine Methode nicht, vor allem inoffiziell, also im Hintergrund Informationen zu streuen. Der Spitzname "Mephistopheles" zeugte von Respekt für den bundesweit angesehenen Sprecher und Misstrauen zugleich.
(...) "Wir leben halt sehr viel zusammen", wurde Wulff jetzt in alten Aufnahmen in einem NDR-Film über die Krise des Präsidenten zitiert. "Da ist sehr viel an Übereinstimmung, ohne dass man sich darüber unterhalten muss." Die weiteren Worte Wulffs passen zum Spitznamen "Präsidenten-Flüsterer", der Glaeseker von Journalisten verpasst wurde. "Man schätzt sich ähnlich gleich ein, und es ist natürlich für mich ein Glücksfall, dass Olaf Glaeseker unter Journalisten sehr geschätzt wird, weil er die Wahrheit sagt oder mal gar nichts sagt", sagte Wulff. "Das ist das Wichtigste für einen Pressesprecher, dass er verlässlich ist, berechenbar ist, und dadurch passt er ja auch gut zu mir.""[4]

Laut "neckar-chronik" sind die genauen Gründe für die Entlassung nicht geklärt:

"Bis heute wird in Berlin über den wahren Grund für den Bruch zwischen den seit zwölf Jahren unzertrennlichen Duzfreunden gerätselt. (...) Der Bundespräsident selbst hatte sich seit der Entlassung nicht mehr zu Glaeseker geäußert. (...) In der vergangenen Woche war Glaeseker Thema der Bundespressekonferenz. Das für solche Fragen zuständige Bundesinnenministerium wurde um Auskunft über den "beamten- und besoldungsrechtlichen Status des ehemaligen Pressesprechers von Bundespräsident Wulff" gebeten. Dabei stellte sich heraus, dass Glaeseker erst am 1. Januar 2011 in den Bundesdienst übernommen worden war. Bis dahin war er aus dem niedersächsischen Landesdienst ins Präsidialamt nach Berlin abgeordnet. (...) Nach Auskunft des Bundesinnenministeriums von vergangener Woche wurde schließlich eine Regelung gefunden, wie man die Pressesprecher-Dotierung durch "Zulagen" aufstocken konnte. Dies sei ein durchaus übliches Verfahren in Bundesbehörden, hieß es."[5]

"Olaf Glaeseker hat als ehemaliger Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff eine "außertarifliche Gewinnungszulage" von 2100 Euro im Monat erhalten, die ihm den Wechsel aus der niedersächsischen Landesverwaltung nach Berlin versüßen sollte. Dies geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Frage des SPD-Abgeordneten Christian Lange hervor, die "Welt Online" vorliegt.
"Der Gewinnungszulage lag ein besonderes Gewinnungsinteresse der Anstellungsbehörde zugrunde, das von dieser plausibel begründet wurde. Die Höhe der Zulage sollte finanzielle Nachteile durch den Wechsel zum Bund vermeiden und betrug monatlich 2100 Euro brutto", heißt es in dem Schreiben von Innen-Staatsekretär Christoph Bergner (CDU)."[6]

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Olaf Glaeseker und Manfred Schmidt

Am 19. Januar 2012 berichtete die "Zeit" über die Ermittlungen und die Hausdurchsuchungen bei Glaeseker: "Die Staatsanwaltschaft Hannover hat die Privat- und Geschäftsräume des früheren Sprechers von Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, durchsuchen lassen. Eine Razzia gab es auch beim Eventmanager Manfred Schmidt. Beiden werde Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung zur Last gelegt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es bestehe der Verdacht, dass Glaeseker als niedersächsischer Regierungssprecher die Veranstaltung und Finanzierung des von Schmidt ausgerichteten Nord-Süd-Dialogs gefördert und dafür mehrfach unentgeltlich Urlaube in Feriendomizilen Schmidts verbracht habe.
Es wurden Immobilien in Wunstorf bei Hannover, Berlin und der Schweiz durchsucht. Die Ermittler stellten Computerdateien und Dokumente sicher."[7]

"Besonders intensiv warb der frühere Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker in seiner Funktion als Staatssekretär um Sponsoren für Schmidt. Das belegen interne Mails, die dem stern vorliegen und deren Authentizität von den beteiligten Firmen bestätigt wurde. So ging er mit Erfolg die Firmen Deutsche Messe sowie Evonik um finanzielle Unterstützung für den Nord-Süd-Dialog an. (...) Glaeseker, der mit Schmidt offensichtlich eng befreundet ist, bezeichnete ihn in Mails als seinen "Schnulli", als "Oberschnulli" und sich selbst als dessen "Generalfeldschnulli"."[8]

In dem Bericht zu dem Hotelaufenthalt Wulffs auf Sylt 2007 berichtet die "Bild" zusätzlich:

"Für Glaeseker soll Groenewold wenig später ein Geburtstagswochenende für dessen Frau Vera im Hotel „Jörg Müller“ auf Sylt gebucht und bezahlt haben.
Auch der Wulff-Vertraute Glaeseker, gegen den die Staatsanwaltschaft inzwischen wegen Bestechlichkeit ermittelt, soll die Kosten später in bar erstattet haben. David Groenewold wollte sich auf BILD-Anfrage zu den Vorwürfen nicht äußern."[9]

Der "stern" weist darauf hin, dass die Vorwürfe gegen Glaeseker dem Bundespräsidialamt schon lange vorher bekannt waren:

"Wie der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, erreichten Vorwürfe gegen den damaligen Sprecher Olaf Glaeseker bereits Ende August 2010 das Bundespräsidialamt. Damals hatte ein Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" angefragt, ob es zutreffe, dass der Eventmanager Manfred Schmidt Glaeseker wiederholt kostenlose Urlaubsaufenthalte ermöglicht habe. Nach stern-Informationen bestätigte der Wulff-Sprecher damals gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" solche Besuche, stellte sie aber als rein privat dar. Am 29. August 2010 verfasste Glaeseker dazu auch eine "Sachverhaltsdarstellung" für den Leiter des Präsidialamtes, Lothar Hagebölling. Auch hier bestätigte Glaeseker die Urlaubseinladungen und stellte seine Beziehung zu Manfred Schmidt ebenfalls als rein privat dar. Nach Recherchen des stern wusste Hagebölling damals jedoch, dass Glaeseker auch dienstlich intensiv mit dem von Schmidt organisierten "Nord-Süd-Dialog" befasst war."[10]

"Bei der Durchsuchung am 19. Januar 2012 stellten die Ermittler vier Urlaubstagebücher der Ehefrau Vera sicher, die laut Glaesekers Rechtsanwalt handschriftlich verfasst wurden und von “privater und intimer Natur“ sind."[11]

Ex-BP Wulff soll gegen Glaeseker aussagen
"Ex-Bundespräsident Christian Wulff (53) soll im Strafverfahren gegen seinen ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker (50) als Zeuge aussagen.
Hans-Jürgen Lendeckel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover: „Da die Aussagegenehmigung erteilt worden ist, kann Herr Wulff als Zeuge vernommen werden.“
Hintergrund für die Aussagegenehmigung: Mitglieder der Landesregierung unterliegen der Amtsverschwiegenheit, selbst wenn sie ausgeschieden sind. Diese Verschwiegenheitspflicht gilt auch für gerichtliche oder sonstige Verfahren. Sie kann nur mit Genehmigung der Landesregierung aufgehoben werden. Das schreibt das niedersächsische Ministergesetz vor, erläutert Regierungssprecher Enste.
Wulff kann die Aussage nur verweigern, wenn er sich dabei selbst belasten würde (§ 55 Strafprozessordnung).
Lendeckel: „Wir rechnen damit, im Spätsommer Ergebnisse präsentieren zu können.“[12]

Staatsanwaltschaft untersucht auch Beziehung zwischen Glaeseker und Groenewold

In der "Märkischen Oderzeitung" vom 28. Februar 2012 ist zu lesen:

"Die Staatsanwaltschaft Hannover sucht bei ihren Ermittlungen im Fall Wulff auch nach Verbindungen zwischen dem ehemaligen Sprecher des Ex-Bundespräsidenten, Olaf Glaeseker, und dem Filmunternehmer David Groenewold. Das geht aus einem Schreiben der Staatsanwaltschaft an die Staatskanzlei hervor, wie ein Sprecher der Staatskanzlei am Dienstag bestätigte. Die Ermittlungsbehörde fordert darin Beweismittel wie etwa Terminkalender, Besprechungsvermerke oder Emails zu der Verbindung zwischen Glaeseker und Groenewold an."[13]

Glaeseker und Innovatives Niedersachsen

Auf der Suche nach Sponsoren für den Nord-Süd-Dialog wandte sich Olaf Glaeseker auch an den Geschäftsführer von "Innovatives Niedersachsen" Stefan Franzke. Dieser Vorgang wurde auf der Plenarsitzung in Niedersachsen am 24.2.2012 von Finanzminister Hartmut Möllring folgendermaßen geschildert :

"Es ist so, dass Herr Glaeseker Herrn Franzke zum Mittagessen eingeladen hatte - auch das habe ich hier schon mitgeteilt - und ihm den Vorschlag gemacht hatte, dieses Kochbuch zu sponsern oder zu kaufen und dann auf dieser Veranstaltung zu verteilen. Das hat Herr Franzke abgelehnt, weil Herr Franzke erstens der Meinung war, dass das nicht in die Werbestrategie von Innovatives Niedersachsen passt; dafür ist er als Geschäftsführer ja auch zuständig. Zweitens hat er gemeint, dass es vielleicht nicht so schön wäre, ein Kochbuch zu kaufen, bei dem die Ehefrau des Regierungssprechers Mitautorin ist - obwohl das eigentlich kein Ausschlussgrund sein dürfte; aber das war die Meinung von Herrn Franzke.
Daraufhin ist Herr Glaeseker ziemlich ausfallend geworden und hat den Saal verlassen und Herrn Franzke auf der Essensrechnung hängen lassen, obwohl er ihn ja eingeladen hatte.
Daraufhin hat Herr Franzke, um noch einmal deutlich zu machen, dass er mit diesem Kochbuch nichts zu tun haben wollte, in aller Schärfe diese E-Mail geschrieben.
Warum er da das Wort "Bestechung" hineingeschrieben hat, ist uns auch nicht ganz klar."

Nachzulesen im Plenarprotokoll 16/130 24.02.2012 S. 16749-16963

Glaeseker/Wulff und VW

Verschiedene Medien berichteten, dass Olaf Glaeseker auch Anteil an der Vermarktung der geplanten Fusion von VW und Porsche hatte. Berichten zu Konflikten und Vorwürfen wie Steuertricks versuchte er entgegenzutreten.

"Dies war die Woche für den Volkswagen-Konzern und für das neue Produkt aus Wolfsburg: den VW Polo. Dem Konzern gelang der Coup mit dem Auftritt der gesamten Spitze des Unternehmens bei der Presse-Präsentation des Polo auf Sardinien. Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Piech, Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh und der Pressesprecher der niedersächsischen Landesregierung, Olaf Glaeseker, demonstrierten Einigkeit und signalisierten damit Porsche den „Frontverlauf“ bei den Gesprächen über das Zusammengehen von VW und den Zuffenhausenern."[14]

"Zur angeblichen Einigung mit Katar und Gerüchten, Volkswagen habe das Angebot für Porsche nachgebessert, wonach durch Steuertricks bis zu einer Milliarde mehr in die Kassen der Stuttgarter käme, wollte ein Konzernsprecher keine Stellung nehmen. In Niedersachsen, das über eine Sperrminorität bei Volkswagen verfügt, hieß es zu den Vorgängen: "Wir kommentieren derartige Querschüsse schon seit 14 Tagen nicht mehr. Die Absicht ist einfach zu durchsichtig", sagt der Sprecher der Landesregierung in Hannover, Olaf Glaeseker, dem Nachrichtenportal WELT ONLINE."[15]

"Alle kamen sie zum 100. Geburtstag von Audi: Ferdinand Piëch, Martin Winterkorn, Wolfgang Porsche, Wendelin Wiedeking und Christian Wulff. Die Streithähne, die sich zuvor teils wie Kinder öffentlich bekriegten, fielen auf der Hundert-Jahr-Feier von Audi durch seltsame Beißhemmungen auf. Hinter den Kulissen soll unterdessen einer die Fronten gewechselt haben. (...) Am runden Tisch saßen Piëch und Ehefrau Ursula mit Niedersachsens Staatssekretär Olaf Glaeseker und VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh - mehr Einigkeit ging nicht."[16]

In "HNA.de" wird auf das Unbehagen Glaesekers eingegangen, im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen:

""Jeder Tag, den ich nicht in der Zeitung stehe, ist ein guter Tag", beschreibt Glaeseker im Gespräch mit unserer Zeitung sein Verständnis von einem guten Pressesprecher. (...) Er arbeitet lieber im Hintergrund, erwirbt sich schnell den Ruf als Strippenzieher und Netzwerker. Im Konflikt um VW und Porsche ist Glaeseker Wulffs enger Berater."[17]

Glaeseker und der Fall Bernd Kirchner

Bereits im November 2000 lagen bei der Polizeidirektion Hannover konkrete Hinweise auf die "VW-Affäre" um Sex-Partys und Schmiergeldzahlungen in Vorstand und Betriebsrat vor. Geliefert hatte diese Hinweise ein offizieller V-Mann der Polizei, Bernd Kirchner (offizielles Kürzel VP G06), der insbesondere belastende Angaben zum langjährige VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Volkert vorlegte. Damals gab die Polizei diese Hinweise lediglich weiter – direkt an den betroffenen Volkswagen-Konzern. Kirchner berichtete damals auch, wie Staatsanwälte bei Prostituierten verkehrten, wie sie Bordell-Besitzerinnen, die im Gefängnis saßen, übers Wochenende eine Ausgangserlaubnis beschafften.[18]

Von dem fragwürdigen Umgang mit seinen ebenso brisanten wie vertraulichen Informationen erfuhr die Presse erst im Oktober 2005, als die sogenannte VW-Affäre durch die Entlassung von Helmuth Schuster als Personalvorstand der VW-Tochter Skoda bereits ausgelöst war.[19]

Anstelle gegen den VW Konzern ermittelte die Staatsanwaltschaft damals zunächst ab 2003 gegen den V-Mann Kirchner, was für diesen die "Abschaltung" seiner Tätigkeit als verdeckter V-Mann bedeutete. Als Informationsquelle hatte er allerdings noch lange nicht ausgedient. "Als die VW-Affäre 2005 publik wurde, bekam er mehrere Anrufe von Olaf Glaeseker, dem Sprecher des damals regierenden Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU). Mehrmals habe Glaeseker mit ihm telefoniert, sagt Kirchner, er habe ihn darüber ausgefragt, was er über die VW-Affäre wusste. Kirchners Anwalt Funk sagt, er habe sich mehrmals mit Glaeseker getroffen, darunter einmal am 7. Februar 2006 im Büro des niedersächsischen LKA-Präsidenten. Glaeseker habe zugesagt, dass Kirchner, der nach dem Prozess untertauchen musste, die Unterstützung der Landesregierung habe. „Das“, sagt Funk, „hat sich nicht erfüllt.“"[20]

Pikantes Detail am Rande: Aufgrund seiner umstrittenen Party im Steintorviertel wurde Polizeipräsident Christian Grahl von seinem Posten enthoben und versetzt. Der NDR hatte berichtet, dass Grahl im August 2011 mit anderen Polizeibeamten in der "Sansibar" am Steintor gefeiert hatte - mitten im Einflussgebiet der Rockergruppe "Hells Angels". Hannovers früherer Polizeipräsident Uwe Binias hatte sogar noch vorher intern vor einem Interessenkonflikt gewarnt, falls Beamte am Steintor privat feiern sollten. Grahl jedoch war hiervon nicht beeindruckt, er fuhr zu dieser Party mit seinem Dienstwagen.[21] Über die damalige Situation im Steintorviertel und die Vita Hanebuths berichtete Philip Eppelsheim in der FAZ im November 2010 ausführlich.[22]

Zu dieser Beziehung Glaesekers zu Bernd Kirchner wurde die Landesregierung Niedersachsens durch eine mündliche Anfrage der Abgeordneten Ursula Helmhold und Helge Limburg (GRÜNE) befragt. Antwort zu den Beweggründen des Kontaktes aus der Staatskanzlei im Jahre 2005: "Ob und ggf. mit welchem Ziel Herr Glaeseker Kontakt zu Herrn Kirchner oder zu Herrn Rechtsanwalt Funk aufgenommen hat, ist der Landesregierung nicht bekannt."[23]

Auch Christian Wulff wurde am 22. Februar 2004 von Holger Sprenger über die VW-Affäre informiert
"Auch Ministerpräsident und Aufsichtsrat Christian Wulff wurde frühzeitig informiert und erhielt Belege vom Konto 1860 (Hartz), eidesstattliche Versicherungen und vieles mehr." Dies und weitere Dokumente bei Cleanstate

Oberstaatsanwalt Uwe Görlich
In das Jahr 2000 reicht auch der Skandal um Oberstaatsanwalt Uwe Görlich zurück. Da gab es auch Verbindungen zu VW. Für Görlich hatte der Skandal keine Folgen. Er ist heute in Hannover für die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität zuständig. Hier[24] ist der Skandal nachzulesen.

Der Henry Nannen Preis 2011 für investigative Leistung ging an die Journalistin Christine Kröger für die Enthüllung der Verbindungen des Oberstaatsanwalts von Hannover Uwe Görlich zum Rotlichtmileu.[25]

Januar 2012: "Im Mai 2010 hat der WESER-KURIER die Affäre um den ehemaligen V-Mann Bernd Kirchner aufgedeckt. Er war bei den Ermittlungsbehörden in Ungnade gefallen, nachdem er über Verstrickungen von Polizisten und Staatsanwälten in Hannovers Rotlichtmilieu berichtet hatte. Die niedersächsischen Grünen haben zu der Affäre auch heute noch viele Fragen. Den ersten stellte sich Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Freitag im Landtag. Doch seine Antworten lassen neue Ungereimtheiten erkennen."[26]

Chef der Hells Angels Hannover ist Frank Hanebuth. Er kontrolliert das Rotlichtmillieu. Sein Anwalt, Götz-Werner von Fromberg, ist mit Unternehmern wie AWD-Chef Carsten Maschmeyer und Prominenten wie dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder befreundet, der vor zwei Jahren noch in Frombergs Kanzlei wirkte. Das Hannover-Netzwerk ist sehr tragfähig.[27] (Referenz[26] depubliziert) --> Ersatzlink

Einzelnachweise

  1. stern.de: Sprecher Glaeseker entlassen: Bundespräsident Wulff kündigt persönliche Erklärung an vom 22.12.2011
  2. Süddeutsche.de: Präsidentensprecher Olaf Glaeseker - Wulffs Einflüsterer aus der Provinz vom 22.12.2011
  3. stern.de: Warum Olaf Glaeseker gehen musste vom 23.12.2011
  4. Süddeutsche.de: Ehemaliger Wulff-Sprecher Glaeseker - "Mephistopheles" flüstert nicht mehr vom 20.01.2012
  5. neckar-chronik.de: Hausdurchsuchung bei Wulffs Ex-Sprecher Olaf Glaeseker vom 20.01.2012
  6. Welt Online: Regierung legte Glaeseker 2100 Euro im Monat drauf vom 06.02.2012
  7. Zeit Online: Hausdurchsuchung bei Wulffs früherem Sprecher Glaeseker vom 19.01.2012
  8. stern.de: Wulff und das "Schnulligate" vom 25.01.2011
  9. bild.de: Schon wieder half ein reicher Freund - Neuer Wirbel um einen Wulff-Urlaub vom 08.02.2012
  10. stern.de: Neue Ungereimtheiten in Wulff-Affäre: Präsidialamt kannte Vorwürfe gegen Glaeseker vom 01.02.2012
  11. HNA.de: Wulff: Tagebücher von Glaeseker beschlagnahmt vom 17.02.2012
  12. bild.de: Im Verfahren gegen Ex-Sprecher Glaeseker - Staatsanwalt will Wulff hören vom 22.06.2012
  13. Märkische Oderzeitung: Staatsanwaltschaft untersucht auch Verbindung Glaeseker - Groenewold vom 28.02.2012
  14. Motor kompakt: Top Ten beim „Auto-Reporter“ vom 18.05.2009
  15. Welt Online: Tauziehen um Katars Einstieg bei Porsche vom 11.07.2009
  16. Handelsblatt: VW Porsche: Beim Audi-Fest sind alle lieb vom 17.07.2009
  17. HNA.de: Olaf Glaeseker ist Wulffs Strippenzieher und soll mit nach Berlin - ein Porträt - Der Erklärbär des Chefs vom 02.07.2010
  18. TAZ: "Der Mann, der zu viel wusste" Daniel Wiese, 23.11.2011 und Leser Kommentar unter Bernd Kirchner
  19. Weser Kurier: "Abgeschaltet. Aufstieg und Abstieg eines V-Mannes" Kristine Kröger, 15.05.2010
  20. TAZ: "Demontage eines V-Mannes" Daniel Wiese, 23.03.2012
  21. NDR: "Steintorparty: Druck auf Schünemann wächst" Angelika Henkel, 13.11.2011
  22. FAZ: "Netzwerke in Hannover - Ein Nachmittag im Steintorviertel" Philip Eppelsheim, 30.11.2010
  23. Presseinormation Landesregierung: "V-Person Bernd Kirchner" Sitzung des Niedersächsischen Landtages am 24.02.2012; Fragestunde Nr. 44
  24. Weser Kurier: Im Zweifel für den Staatsanwalt vom 13.05.2010
  25. Henri Nannen Preis: Beste investigative Leistung
  26. Weser Kurier: Schünemann nimmt Stellung zur V-Mann-Affäre vom 22.01.2012
  27. NDR.de: In Hannover wird munter geklüngelt vom 21.12.2011

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